Ratgeber
Umweltgefahren durch E-Scooter-Akkus
Von Redaktion E-Scooter HeldAktualisiert am

Der Akku ist das heikelste Bauteil eines E-Scooters. Seine Rohstoffe werden teils unter schlechten Bedingungen abgebaut, ein beschädigter Lithium-Ionen-Akku kann brennen, und falsch entsorgt gelangen Schadstoffe in die Umwelt. Die gute Nachricht: Seit dem 1. Januar 2026 kannst du alte E-Scooter-Akkus kostenlos am Wertstoffhof abgeben.
Was im Akku steckt
Fast alle E-Scooter fahren mit Lithium-Ionen-Akkus. Neben Lithium enthalten sie je nach Zellchemie Metalle wie Kobalt, Nickel und Kupfer. Genau für diese vier Metalle schreibt die EU-Batterieverordnung inzwischen Mindestquoten beim Recycling vor – ein Hinweis darauf, wie wertvoll und begrenzt diese Rohstoffe sind.
Das Umweltbundesamt (UBA) weist darauf hin, dass Batterien und Akkus Wertstoffe enthalten, aber auch gesundheits- und umweltgefährdende Stoffe. Sie gehören deshalb nie in den Hausmüll.
Problem 1: der Rohstoffabbau
Die Umweltbilanz eines E-Scooters entscheidet sich zu einem großen Teil schon vor der ersten Fahrt. Eine Ökobilanz-Studie zu Leih-E-Scootern in den USA (Hollingsworth u. a., 2019) kam zu dem Ergebnis, dass rund die Hälfte der Treibhausgasemissionen auf Material und Herstellung entfällt. Das betrifft den ganzen Roller, der Akku ist aber ein wesentlicher Teil davon.
Dazu kommen soziale Folgen. Amnesty International hat 2016 dokumentiert, dass Kobalt für Lithium-Ionen-Akkus auch aus Minen in der Demokratischen Republik Kongo stammt, in denen Kinder ab sieben Jahren unter gefährlichen Bedingungen arbeiten. Die EU reagiert darauf: Die Batterieverordnung (EU) 2023/1542 verpflichtet Unternehmen zu Sorgfaltspflichten in der Lieferkette und regelt die gesamte Wertschöpfungskette – vom Rohstoffabbau bis zur Entsorgung.
Mehr zur Klimabilanz über die gesamte Lebensdauer liest du im Beitrag zur CO2-Bilanz von E-Scootern.
Problem 2: Brandrisiko
Beschädigte oder minderwertige Lithium-Ionen-Akkus können in Brand geraten. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) hat seinen Mitgliedern im Februar 2024 empfohlen, E-Tretroller nicht mehr in Bussen und Bahnen zu befördern. Begründung: Die Akkus hätten einen niedrigen Sicherheitsstandard, Brände liefen in der Regel explosionsartig ab. Mehrere Verkehrsunternehmen haben die Mitnahme daraufhin verboten, die Berliner BVG zum Beispiel seit dem 1. Mai 2024.
Der Gesetzgeber hat nachgeschärft: Mit der Novelle der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (eKFV) gelten für neue E-Scooter strengere Anforderungen an die Batteriesicherheit nach der Norm DIN EN 50604-1. Worauf du beim Kauf sonst achten solltest, steht in unserem Ratgeber Eigenen E-Scooter kaufen.
Problem 3: Schadstoffe bei falscher Entsorgung
Landen Akkus im Restmüll oder in der Natur, können sich Schadstoffe verteilen, und es drohen Brände. Das UBA nennt beides als Grund, warum Altakkus getrennt gesammelt werden müssen. Wie groß das Problem werden kann, zeigen die versenkten Leih-E-Scooter im Rhein.
Was du tun kannst
- Altakku abgeben: Seit dem 1. Januar 2026 nehmen die kommunalen Wertstoffhöfe Akkus aus E-Scootern und E-Bikes (im Gesetz: „Batterien für leichte Verkehrsmittel") kostenlos an.
- Beim Händler zurückgeben: Händler, die solche Akkus verkaufen, müssen Altakkus dieser Kategorie kostenlos zurücknehmen – auch wenn du dort nichts kaufst (Art. 62 EU-Batterieverordnung).
- Nie in den Hausmüll: Das gilt auch für beschädigte Akkus.
- Lange fahren statt oft neu kaufen: Je länger ein Roller genutzt wird, desto besser verteilt sich der Herstellungsaufwand. Die genannte Studie zeigt, dass die Lebensdauer einer der wichtigsten Faktoren für die Klimabilanz ist.
Wie Akkus und alte Roller verwertet werden und welche Rückgabepflichten gelten, erklären wir ausführlich im Beitrag zum Recycling von alten E-Scootern.
Hinweis: Dieser Beitrag enthält allgemeine Informationen und ersetzt keine Rechtsberatung.