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Meldung vom 11. Januar 2022

SPIN zieht sich vom deutschen Markt zurück

Von Redaktion E-Scooter HeldAktualisiert am

SPIN zieht sich vom deutschen Markt zurück

Der E-Scooter-Verleiher SPIN, eine Tochter des Autokonzerns Ford, zieht sich komplett aus Deutschland und Portugal zurück. Auch in einigen US-Städten stellt SPIN den Betrieb ein, in Spanien soll im Februar 2022 Schluss sein. Das hat SPIN-Chef Ben Bear in einem offenen Brief angekündigt.

Offene Märkte rechnen sich nicht

Bear begründet den Schritt mit der Lage in sogenannten offenen Märkten. Dort dürfen beliebig viele Anbieter mit beliebig großen Flotten E-Scooter verleihen – so wie in Deutschland, wo sich in den Städten viele Verleiher Konkurrenz machen, obwohl sich einige schon zurückgezogen oder fusioniert haben. Solche Märkte schaffen laut Bear ein unsicheres Umfeld mit einem „Preiswettlauf nach unten".

SPIN will sich deshalb auf Märkte mit begrenzter Anbieterzahl in den USA, Kanada und Großbritannien konzentrieren. Dort wählen Städte oder Hochschulen ihre Partner in einem Ausschreibungsverfahren aus. In solchen Märkten erzielt SPIN nach eigenen Angaben etwa doppelt so viel Umsatz. Mit dem Rückzug baut SPIN rund ein Viertel seiner Belegschaft ab.

Was seitdem geschah

Nur wenige Wochen später, im März 2022, kaufte der Berliner Anbieter TIER das Unternehmen von Ford (TIER übernimmt SPIN). Im September 2023 verkaufte TIER SPIN für 19 Millionen US-Dollar an Bird weiter. Bird meldete im Dezember 2023 in den USA Insolvenz nach Chapter 11 an. Nach Deutschland ist SPIN nicht zurückgekehrt – welche Anbieter heute in deiner Stadt fahren, siehst du in der Städteübersicht.