Auf Reisen

E-Scooter im EU-Ausland

Aus unserem Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind sie nicht mehr wegzudenken – doch wie ist die Situation rund um E-Scooter bei unseren europäischen Nachbarn? Welche Länder sind dabei, welche Anbieter sind aktiv? Hier verraten wir es euch!

Diese Seite wird fortlaufend aktualisiert und stellt die uns bekannte gegenwärtige Situation in verschiedenen EU-Ländern dar, die wir selbst bereits besucht haben.

Allgemeine Hinweise zu E-Scootern in Europa

Einst ist der Hype rund um die E-Scooter aus den USA nach Europa übergeschwappt. Auf unserem Kontinent mit seinen zahlreichen kleineren und größeren Ländern haben sich seither Dutzende Marken und Firmen platziert – auch der Markt für eigene E-Scooter boomt unaufhörlich. Für uns ein Grund, einen Blick über die Landesgrenzen der deutschsprachigen Länder zu werfen und uns mit den lokalen Regeln, Anbietern und Angeboten unserer Nachbarn zu beschäftigen. In die meisten Länder sind wir selbst gereist und haben uns auf den E-Scooter geschwungen – ihr lest also echte Erfahrungsberichte, deren Fakten sich mit der Zeit verändern können. Wir sind bemüht, diese Seite regelmäßig auf dem aktuellen Stand zu halten.

Bulgarien

In dem osteuropäischen Land sind einige E-Scooter-Anbieter aktiv. Insbesondere in der Hauptstadt Sofia findet man sie beinahe an jeder Ecke – vorausgesetzt, man hält sich im oder nahe des historischen Stadtzentrums auf. Auf dem Markt sind derzeit die Anbieter Lime, Bird sowie der lokale Anbieter hobo aktiv. Gezahlt wird über die Apps in der lokalen Währung „Lew“. Es ist mit absoluten Kosten von rund 50% der in Deutschland anfallenden Kosten für eine Fahrt zu rechnen.

Anders als in Deutschland ist in Bulgarien eine maximale Geschwindigkeit von 25 km/h gestattet – den Unterschied merkt man auch, wenn man ihn richtig ausfahren kann. Aber genau das ist fast nirgendwo möglich, und damit kommen wir schon zum eigentlichen Problem, welches das E-Scooter-Fahren in Bulgarien zu einer Herausforderung macht: Die durchweg schlechte Straßen- und Bürgersteigqualität sowie die eher seltenen Radwege machen eine flotte Fahrt mitunter zu einem (lebens)gefährlichen Unterfangen. Hinzu kommt, dass die Hardware (Qualität der E-Scooter) bisweilen nicht mit mitteleuropäischen Standards mithalten kann: Die Scooter an sich weisen nicht alle Merkmale der hierzulande bekannten Roller auf. Nur einfache Bremsen und – vielleicht ist das aber auch nur subjektives Empfinden – schlechtere Reifen machen das Anfahren und Bremsen manchmal zu einer Herausforderung. Auch zu erwähnen sei der bisweilen schlechte Wartungszustand der Roller, den man aber auch von manchen deutschen Anbietern kennt.

Nicht falsch verstehen: In Städten wie Sofia ist der E-Scooter dennoch ein tolles Mittel um sich fortzubewegen. Nur muss man noch vorsichtiger sein als im deutschen Straßenverkehr, die Überquerung großer Straßen stets genau planen und lieber mit halb angezogener Bremse unterwegs sein, um rechtzeitig auf Hindernisse reagieren zu können. Denn davon gibt es reichlich: Gehwege und Straßen sind oft in schlechtem Zustand. Tiefe Schlaglöcher, Gullis mit Öffnungen „in Fahrtrichtung“ und weitere Bauten bringen alle paar Meter ein sehr hohes Sturzpotenzial mit sich. Bei bis zu 25 km/h und etwas Pech kann das schnell gefährlich werden.

Niederlande

Unsere holländischen Nachbarn sind in Sachen E-Scooter bislang vor allem durch eine klare Entscheidung in Erscheinung getreten: Das absolute E-Scooter-Verbot in Amsterdam. In der Stadt, die europaweit zu dem meist besuchten Touristenorten zählt, waren elektrische Roller im öffentlichen Raum nicht zulässig. Das galt sowohl für die Gefährte von Leihanbietern wie auch für private E-Scooter. Wer im Sommer schon mal durch die Gassen und über die Grachten der holländischen Metropole gewandelt ist, kann diesen Schritt der Behörden mitunter gut nachvollziehen: In dem Getümmel aus Fußgängern, Autos, Trams und vor allem den charakteristischen Fahrrädern würden ortsfremde, vielleicht gar angetrunkene Touristen auf E-Scooter den Verkehr wohl vollends unerträglich machen. In 2022 jedoch die Wende: Seither gibt es Anbieter wie Check in den Niederlanden, die inzwischen sogar in grenznahe Städte Deutschlands expandiert sind.

Zypern

E-Scooter sind im Inselstaat Zypern eine tolle Möglichkeit, um sich schnell und bequem an endlosen Strandpromenaden entlang zu bewegen. In großen Städten wie Larnaca oder Limassol gibt es daher verschiedene Anbieter. Jene, deren E-Scooter ihr mit einer App freischalten könnt, sind jedoch meist mit zusätzlichen Schlössern gesichert, um den Diebstahl der rumstehenden Roller zu verhindern. Hierbei handelt es sich übrigens um kleinere Anbieter, eine international aktive Firma ist (noch) nicht auf Zypern aktiv. Wenn man es hingegen etwas flexibler und vor allem günstiger haben will, kann man sich einen E-Scooter auch einfach für längere Zeit (mindestens einen halben Tag) bei einem der zahlreichen lokalen Läden in Strandnähe ausleihen. Man bekommt dann meist ein Modell wie den Ninebot, ein Fahrradschloss sowie ein Ladekabel, um den Scooter zum Beispiel auf dem Hotelzimmer oder in der Ferienwohnung wieder aufzuladen.

Eine Geschwindigkeitsbegrenzung scheint es auf Zypern nicht zu geben, jedenfalls reizen die genannten Ninebot-Modelle der Strandhändler die Maximalgeschwindigkeit von (je nach Körpergewicht) von bis zu 30 km/h locker aus. Das macht Spaß, zumal die meisten Promenadenwege in einem guten Zustand sind und man wunderbar die Radsreifen für eine flotte Fahrt benutzen kann. Außerhalb der Bade- und Touristengebiete sieht es natürlich etwas anders aus: Wie in vielen anderen Ländern auch, ist die Straßenqualität auf Zypern nicht die Beste und Radwege, barrierefreie Straßenübergänge und flache Bürgersteige sucht man oft vergebens. Wer sich allerdings an die örtlichen Regeln hält und vorausschauend fährt, kann mit E-Scootern auf Zypern eine Menge Urlaubsspaß haben.

Österreich

Auch in der Republik Österreich sind E-Scooter weit verbreitet. In der Haupstadt Wien sind Anbieter wie TIER, Link, Lime, Bird und KiwiRide unterwegs. Gerade in Österreichs größter Stadt sieht man viele junge Leute herumfahren, auch wenn die Zahl der Nutzerinnen und Nutzer im Vergleich zu deutschen Großstädten noch vergleichsweise gering ist.

Spanien

In großen spanischen Städten wie Barcelona gibt es keine Leihanbieter für E-Scooter. Stattdessen können E-Scooter in Geschäften ausgeliehen werden, die auch Leih-Fahrräder oder Segways anbieten. Die spanischen E-Scooter fahren etwas schneller als in Deutschland, gesetzlich sind Geschwindigkeiten über 20 km/h erlaubt.